 Themen in Tattva Viveka 21
Februar 2004, 92 Seiten, Einzelheft € 5,00 (Jubiläumspreis)
Khola Hübsch und Sarka Uhlmann – Kopftuch und Emanzipation.
Islamische Frauen im Westen
Die beiden Studentinnen der Rechtswissenschaften bzw. Germanistik sind
Musliminnen der Ahmadiyya-Muslim-Gemeinde und sprechen in diesem Interview
mit Ronald Engert über Ihre Einstellung zu Kopftuch und Schleier.
Für sie ist das Kopftuch nicht Ausdruck der Unterdrückung der
Frau sondern im Gegenteil ein Schutz ihrer menschlichen Würde. Sie
beklagen die Sexualisierung der Gesellschaft und die Zurschaustellung
des weiblichen Körpers in der Werbung und den Medien. In der vorgeblichen
Freizügigkeit sehen sie eher eine Reduzierung der Frau auf ein Sexualobjekt.
Zugleich geben sie aber auch Einblick in einen aufgeklärten und
vernünftigen Islam und zeigen, wie frau tiefe Religiosität
mit emanzipativer Reflexion verbindet.
Dr. Horst Goldstein – Einen Fremden sollst du nicht unterdrücken
Diesen Ausspruch aus dem alten Testament (Ex 23,9) nimmt der christliche
Theologe Goldstein zum Anlass, die Frage des Fremden, der Flüchtlinge
und Migranten sowohl im biblischen als auch im politischen Sinne zu
untersuchen. Zahlreiche Bibelstellen werden von ihm angeführt,
die einen respektvollen Umgang mit Fremden fordern. Auch Fragen des
Grundbesitzes und sozialer Rechte werden erörtert. Dieser theologisch-politische
Essay ist ein fundierter und engagierter Beitrag zu einer humaneren
und menschenwürdigeren Welt.
Ronald Engert – Gottesvergiftung und die Wunde des Gewissens
Ausgehend von Tilman Mosers Begriff der Gottesvergiftung diskutiert
dieser Beitrag den verschuldenden und strafenden Gott der großen Jenseitsreligionen,
die das Leben einem Generalverdacht der Sündhaftigkeit unterstellen
und dadurch das emotionale und psychische Leben des Menschen aus dem
Gleichgewicht bringen. Psychische Probleme wie Neurosen und Minderwertigkeits-komplexe
sind häufiger als bisher vermutet auf diese belastenden Formen
des Glaubens zurückzuführen. Wie demgegenüber ein freundlicher
Gottesbegriff und eine geheiligte Existenz aussehen könnte, will
der Artikel aufzeigen.
Gudrun Schellenbeck – Jyotish. Das Auge des Veda
Die indische Astrologie ist ein jahrtausendealtes Wissen, das eine
Kombination aus Sonnen- und Mondastrologie darstellt und sehr genaue
Aussagen über
die körperliche und geistige Dispositionen eines Menschen machen
kann. Neben der Hilfestellung für das tägliche Leben bietet
Jyotish auch eine sehr tiefgehende Verknüpfung mit den spirituellen
Inhalten der Veden und ermöglicht damit eine weitreichende Einsicht
in die philosophischen Fragen eines Suchers.
Traudel Walden – Gold, Weihrauch und Myrrhe
Die Heilpraktikerin Traudel Walden behandelt hier die Heilwirkungen
der Gaben der Heiligen Drei Könige aus der biblischen Überlieferung.
Die beiden Räucherstoffe Weihrauch und Myrrhe sind seit Jahrtausenden
in Verwendung, ebenso wie das Gold, dass früher schon als Sonnenmittel
in der Medizin Verwendung fand und heute im homöopathischen Gebrauch
großen Nutzen hat. Naturheilkundliches Wissen verbindet sich
hier mit der Mythologie dieser Substanzen, die besonders zur Jahreswende
und zum Januar passen.
Dr. Rupert Sheldrake – Das erweiterte Bewusstsein
Der durch seine Theorie der morphogenetischen Felder weltweit bekannt
gewordene Biologe Sheldrake untersucht in seinen neuesten Forschungen
die außersinnlichen Fähigkeiten von Menschen und Tieren.
Viele Menschen kennen das Phänomen, dass sie merken, wenn sie
von hinten angestarrt werden, oder wissen, wer am Telefon ist, bevor
sie abheben. Für Sheldrake ist das Bewusstsein (the mind) ein
Feld, dass weit über das Gehirn hinausgeht und morphogenetisch
mit allem verbunden ist.
Dr. Michael Harder – Theorie einer allgemeinen Dualität in
der Physik (Teil 1)
Der Diplom-Chemiker Harder hat in diesem Grundlagentext den aktuellsten
Forschungsstand der Physik rekapituliert, untersucht die Erkenntnisse
und Schwierigkeiten der fortgeschrittensten Theorien wie M-Theorie oder
String-Theorie und zeigt auf, dass eine konsistente Erklärung der
physikalischen Realität nicht ohne die Annahme einer zweiten immateriellen
Sphäre möglich ist, eines materiefreien, nicht mess- oder bestimmbaren
Raumes. Mit einer einwandfreien wissenschaftlichen Argumentation gelingt
es ihm, das Numinose einzubeziehen und brilliante Schlussfolgerungen
zur Beschaffenheit des Universums zu ziehen.
Dr. Engelbert Kronthaler – Mathematik der Qualitäten (Teil
2)
Dieser sehr komplexe und schwierige Grundlagentext zu einer neuen Art
von Mathematik gibt Einblick in eine völlig neue Denkweise, die
nicht mehr wie die herkömmliche materialistische Wissenschaft die
Wirklichkeit durch Analyse und Abstraktion in uniforme, leblose Teile
verwandelt, sondern der Einzigartigkeit der Phänomene und damit
auch der Geschöpfe Rechnung trägt. Die Mathematik der Qualitäten
geht zurück auf die Arbeiten von Gotthard Günther, der eine
mehrwertige und polykontexturale Logik entwickelt hat.
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